Pressekonferenz der Stadtumlandkooperation RUF

Sonstiges

Die Stadtumlandkooperation bzw. Region Untere Feldaist (RUF) präsentiert das neu erarbeitete „Stadtregionale Leitbild & Strategie der Region Untere Feldaist (RUF)“ und des geplanten Umsetzungsprojektes „Innerregionale Mobilität für FußgängerInnen und RadfahrerInnen“.

Ausgangssituation

Die (Stadt)Region Untere Feldaist als Arbeitsgemeinschaft der Gemeinden Hagenberg im Mühlkreis, Pregarten, Wartberg ob der Aist und Unterweitersdorf besteht seit 2004. Sie wurde mit dem Ziel gegründet die Wettbewerbsfähigkeit der Gemeinden zu stärken, deren kommunale Aufgabenerfüllung zu optimieren und den gemeinsamen Lebensraum für ihre BewohnerInnen weiter zu attraktiveren.

2014 wurde ein Interkommunales Raumentwicklungskonzept (IKRE) erarbeitet, das das gemeinsame Interkommunale Betriebsbaugebiet (INKOBA) Unterweitersdorf-Wartberg/ Aist mit einer 8,3 ha Gesamtfläche im Fokus hatte.

2016 folgte die Gründung des stadtregionalen Forums. Dieses fungiert als Arbeitsgruppe innerhalb der Arbeitsgemeinschaft und beschäftigt sich aufbauend auf dem IKRE-Prozess vertiefende mit der raum- und verkehrsplanerischen Herausforderung der Erstellung einer umfassenden „Stadtregionalen Strategie“. Diese definiert die interkommunale Zusammenarbeit, um sich einerseits den zukünftigen wirtschaftlichen, ökologischen, klimatischen, demographischen und sozialen Herausforderungen gestärkt gemeinsam stellen und Lösungswege miteinander entwickeln und umsetzten zu können. Andererseits zielt dieses strategische Herangehen darauf ab zukünftig den regionalen Ressourceneinsatz besser und effizienter aufeinander abzustimmen und in gemeinsamen Funktionsräumen zu denken. Sprecher diese Gruppe ist der Bürgermeister der Stadtgemeinde Pregarten.

Faktencheck „Region Untere Feldaist“

-   73,6 km²

-   attraktive Wohnregion mit 14.330 EinwohnerInnen im Grünen jedoch mit raschem Zugang zur Landeshauptstadt Linz (Entfernung ca. 20 km)

o   Pregarten, Wartberg… klassische Wohngemeinden

o   Kulturzentrums Bruckmühle (Pregarten)

o   Naherholungsgebiet Feldaisttal

 

 

-   dynamische Wirtschafts- und Forschungsregion

o   Hagenberg… Bildungs- & Forschungsstandort (Softwarepark Hagenberg, FH Oberösterreich Campus Hagenberg, Agrarbildungszentrum Hagenberg, BORG für Kommunikation - Bundesoberstufen-Realgymnasium)

o   Wartberg, Unterweitersdorf… INKOBA-Gebiet

o   Autobahnanschluß A7 Richtung Linz

o   Schnellstraßenanschluss S10 Richtung Budweis

o   ÖBB Bahnhof (Pregarten)… Anschluß an die Bahnstrecke Linz-Budweis

-   gelebte Kooperationen

o   EUREGIO bayerischer wald – böhmerwald / Regionalmanagement Mühlviertel

o   EGEM Energiespargemeinden

o   INKOBA Region Freistadt

o   Gemeindeverband Regionalverkehr Gusen-Aist-Naarn

o   Sozialhilfeverband (SHV) Bezirk Freistadt

o   Wegeerhalteverband Unteres Mühlviertel

o   Bezirksabfallverband (BAV) Freistadt

o   Wasserverband „Fernwasserversorgung Mühlviertel“

o   Arbeitsgemeinschaft „Region Untere Feldaist“

 

 

 

Stadtregionale Strategie & innerregionales Mobilitätskonzept

Zielsetzung

Das 2016 gegründete stadtregionale Forum verfolgt das Oberziel der langfristigen Verankerung und Optimierung der interkommunalen Zusammenarbeit unter Berücksichtigung bestehender Stadt- und Gemeindestrategien hin zu einer gemeinsamen stadtregionalen Strategie. Hierbei wurden Planungs- und Entscheidungsgrundlagen zur Unterstützung und Optimierung der interkommunalen Raumentwicklung und Regionsentwicklung erarbeitet der stadtregionalen Strategie als auch eines innerregionalen Mobilitätskonzeptes für Fußgänger und Radfahrer.

Als spezifische Ziele wurden definiert

-   Optimierung der Standort- und Siedungsstrukturen

-   Verbesserung der Standortqualität

-   Verbesserung der Aufenthaltsqualität im öffentlichen Freiraum

-   Verbesserung des städtischen Umfeldes

-   Belebung von Stadt- und Ortskernen

-   verstärkte Ausrichtung der Siedlungsentwicklung der Stadtregion am Öffentlichen Verkehr unter besonderer Berücksichtigung des Fuß- und Radverkehrs

-   Entsprechung der raumordnungsfachlichen Mindestanforderungen sowie der Zielsetzung des Landes Raumordnungsprogrammes Oberösterreichs (LAROP)

Finanzierung

Kofinanziert wurde die Erstellung vom Land OÖ unter Berücksichtigung der Prioritätsachse 4 („Senkung des CO2 Ausstoßes“ und Optimierung der Siedlungsstruktur“ im städtischen Raum) des Europäischen Förderprogrammes für Investitionen in Wachstum und Beschäftigung (IWB). Die Eigenmittel wurden kooperativ von den Gemeinden der RUF gemeinsam aufgebracht.

 

 

Erarbeitungsprozess

Der Erarbeitungsprozeß der „Stadtregionalen Strategie“ und des „innerregionalen Mobilitätskonzeptes für FußgängerInnen und RadfahrerInnen im Alltagsverkehr“ erfolgte 2018 unter Mitwirkung von FachexperteInnen[1] in den Bereichen Raum- und Verkehrsplanung sowie regionaler Arbeitsgruppen. Für die organisatorische Begleitung trat die Regionalmanagement OÖ GmbH, Geschäftsstelle Mühlviertel auf. Auf Basis vorhandener, regionaler Analysedaten aus dem IKRE-Prozess und einem von der RMOÖ durchgeführten Regionsscreening wurden die geforderten Themenbereiche vertiefend bearbeitet. Dies geschah methodisch durch Einbindung regionaler Steakholder (Interviews) und regionalen Experten (Workshops).

Ergebnis

Die Gemeinden der Region Untere Feldaist haben sich in der gemeinsamen stadtregionalen Strategie auf diese sechs gemeinsame zu bearbeitende Themenfeldern verständigt:

-   Demographische und sozioökonomische Entwicklung

-   Siedlungsentwicklung

-   Gewerbe-, Dienstleitungs- und Einzelhandelsentwicklung

-   Soziale und technische Infrastrukturentwicklung

-   Verkehrsinfrastrukturentwicklung

-   Ökologie, Freiraumentwicklung und Klima

Diese Themenfelder wurden mittels Raumordnungsrahmenplan als räumliches Leitbild dargestellt. Dieser dient als Rahmen für die laufenden Änderungen des örtlichen Entwicklungskonzepts (ÖEKs) und für Fachgutachten im Rahmen der aufsichtsbehördlichen Prüfungen.

Konkret wurden in der Strategie 11 Schlüsselprojekte mittels SWOT-Analyse mit insgesamt 32 Handlungsfelder inklusive Projekten und Zielen definiert.[2]

(1)  S 10 – Anschlussstelle Unterweitersdorf

-   Freihalten noch unbebauter Flächen im unmittelbaren Knotenbereich

-   mittel- bis längerfristiger Um-/ Ausbau der Anschlussstelle

(2)  RegioTram Linz-Gallneukirchen-Pregarten

-   sowohl für die Trassenführung innerhalb des Gewerbestandortes AS[3] Unterweitersdorf als auch für die Anbindung und regionale Verkehrslösung im Umfeld der Endhalterstelle Bhf. Pregarten ist daher eine Konkretisierung und Detailplanung der RegioTram erforderlich

-   ohne einer entsprechenden Detailplanung der RegioTram verursacht die dzt. „grobe“ Trassensicherung längerfristig mehr Probleme als Nutzen und ist daher realistischer Weise in Frage zu stellen

-   nachdem sich naturgemäß auch in den vorgelagerten Gemeinden Engerwitzdorf, Gallneukirchen und insb. innerhalb der Landeshauptstadt Linz ähnliche Fragen stellen werden, kann generell nur eine Detailplanung der Gesamtstecke zu einer Lösung führen

(3)  „Innerregionale Mobilität“ (Fuß- und Radwegenetz)

-   Handlungserfordernisse sind im Schwerpunktkonzept des „innerregionalen Mobilitätskonzeptes für FußgängerInnen und RadfahrerInnen im Alltagsverkehr“ 2 abgebildet

 

(4)  Softwarepark (SWP) Hagenberg

-   Sicherung der am Standort noch unmittelbar möglichen Erweiterungsmöglichkeiten durch entsprechende Flächenwidmungen, Verfügbarkeitsvereinbarungen und Nachverdichtung

-   Erarbeitung und Umsetzung eines Konzeptes für den ruhenden Verkehr als (Teil-) Ersatz für den dzt. Parkplatz (Zufahrt 3)

-   Sicherung längerfristiger Erweiterungsflächen südlich des Agrarbildungszentrums Hagenberg als einzig verbleibende Standortalternative in Hagenberg

-   aufgrund begrenzter Flächenreserven in Hagenberg, Sicherung von geeigneten Flächenreserven für IT-nahe Betriebe innerhalb der Region wie insb. Regionale Mitte, Friesdorf und Pregartfeld

-   Neben der Beachtung künftiger Flächenreserven wäre darüber hinaus auch die Umsetzung eines Hotelprojektes im direkten Umfeld des Softwareparks ein wesentliches Handlungs-erfordernis

(5)  INKOBA Gewerbepark AS Unterweitersdorf

-   längerfristige Flächensicherung für den Schwerpunkt Gewerbe/ Industrie sowie hochwertige Dienstleister und Ausschluss von zentrumsrelevanten Handlungsangeboten im Rahmen der Raumordnung

-   Prüfung der Verfügbarkeit von Flächen und deren potentieller Optionsverträge

(6)  Regionale Mitte/ Bhf. Pregarten

-   Flächensicherung für primär IT-nahe Industrie/ Dienstleistungsbetriebe für die noch vorhandenen optionalen Flächen entlang der B124, entlang der Hagenberger Hauptstraße sowie im Kreuzungsbereich beider Straßen

-   städtebauliche Begleitung der gewünschten Detailplanung des Endknotens der RegioTram um diesen Raum nicht nur verkehrstechnisch, sondern eben auch räumlich und funktionell bestmöglich zu erfassen bzw. zu nutzen

(7)  Nahversorgung und Einzelhandel

-   Sicherung der innerörtlichen Nahversorgung durch entsprechend restriktive Flächenwidmung insb. in den Bereichen entlang der B 124 (ausgenommen: kleinstrukturierter Lebensmittelhandel)

-   Aufwertung der Einzelhandelsstruktur im Stadtkern Pregarten ebenfalls durch entsprechend restriktive Flächenwidmung insb. in den Bereichen entlang der B124 

-   die Widmung neuer Handelsflächen (Fachmärkte) an die Aufwertung des Stadtkerns Pregarten bzw. an den ÖV-Knotenpunkt Bahnhof knüpfen

-   maßvolle, zielgerichtete Angebotsergänzung im Bereich des Gewerbeparks AS Unterweitersdorf mit nicht zentrums-relevanten Strukturen (z.B. Baufachmarkt, Möbelhaus udgl.)

(8)  Stadt- und Ortskerne

-   Neugestaltung des Stadtplatzes Pregarten im Sinne eines urbanen regionalen Stadtzentrums

-   Ausformulierung und Gestaltung eines identitätsstiftenden Ortszentrums für Unterweitersdorf

-   lfd. Weiterentwicklung der Ortszentrumsgestaltung in Wartberg

-   lfd. Fortführung der Bemühungen zur Ausbildung einer kommunikativen „Mitte“ für Hagenberg

(9)  Mehrgeschossiger Wohnbau

-   umfassender Informationsaustausch und insb. auch quantitative Abstimmung zu laufenden und geplanten Wohnbauvorhaben in der Region

-   längerfristige Sicherung von für den mehrgeschossigen Wohnbau geeigneten Flächen durch die Festlegung von entsprechenden (regional abgestimmten) Vorrangflächen in den einzelnen ÖEKs der Gemeinden

-   regional abgestimmte Einschränkungen für mehrgeschossige Wohnbauten (Wohngebäude mit mehr als 2 oberirdischen Geschossen exkl. Dachraumausbau) ausserhalb der Stadt- und Ortskerne bzw. in den nicht als Vorrangzonen definierten Bereichen

(10)       Schutzgebiete-, Ökologie und Freiraumentwicklung

-   längerfristige Sicherung der bedeutenden Schutzgebiete sowie „Einbettung“ der in den einzelnen ÖEKs ausgewiesenen Grünzonen in regionale Grünräume

-   Weiterentwicklung der ausgewiesenen Natur- und Erholungsbereiche im Nahbereich der Siedlungsschwerpunkte als attraktive Naherholungsbereiche 

(11)       klimagerechte Regionalentwicklung

-   Berücksichtigung hochwertiger Böden sowie der Rückhalt von Niederschlagswässern im Zuge der örtlichen Raumplanung der einzelnen Gemeinden

-   längerfristige Sicherung der regional bedeutsamen Grünverbindungen bzw. für die Siedlungsentwicklung notwendigen Naherholungsbereiche

-   Errichtung eines durchgängigen, attraktiven Fuß- und Radwegenetzes in der Region

-   Realisierung der RegioTram als hochwertige Alternative zum mobilisierten Individualverkehr

 

Aktueller Umsetzungsstand

Aus dem Schlüsselprojekt RegioTram heraus ist für 2019 die Erstellung eines „technischen Vorprojektes RegioTram“ in Abstimmung mit den Anrainergemeinden der Stadt Linz und dem Land OÖ geplant.

Gegenwärtig sind Maßnahmen des Schlüsselmaßnahmenpakets aus dem Gesamtkonzept „Stadtregionales Fuß- und Radwegenetz“ zur Förderung aus dem EFRE- EU Programm IWB OÖ 2020 (Förderquote 50%) und aus Landesmittel eingereicht. Das Gesamtinvestitionsvolumen beträgt 1,2 Mio. Euro und wird bis 2020 von den RUF-Gemeinden kooperativ umgesetzt. Die Gemeinden Wartberg und Hagenberg haben bereits eine genehmigte Förderzusage, Pregarten und Unterweitersdorf warten auf deren Ausstellung. Das gesamte Maßnahmenpaket umfasst die Schaffung neuer Wegeverbindungen, Lückenschlüsse, Querungen, Barrierefreiheit, Steigerung der Sicherheit, Wegmarkierungen und folgt dem Konzept entsprechend der innerregionalen Erreichbarkeit von Mobilitätsknotenpunkten in der Region Untere Feldaist.

 

 

 

Kontakt

Region Untere Feldaist: www.region-ruf.at

 

Sprecher Stadtregionales Forum:

Anton Scheuwimmer

anton.scheuwimmer(at)pregarten.ooe.gv.at

+43 (0) 7236 2255-10)

 


[1] Raum2 (Raumplanung) und komobile (Verkehrsplanung)

[2] für das Handlungsfeld Fuß- und Radwegenetz wurde bereits im Zuge der Erstellung der stadtregionalen Strategie das „innerregionalen Mobilitätskonzeptes für FußgängerInnen und RadfahrerInnen im Alltagsverkehr“ erstellt

[3] AS = Anschlussstelle